Inkasso-Brief — was ist das?
Ein Inkasso-Brief kommt von einem privaten Inkassobüro, das im Auftrag eines Gläubigers (Firma, Vermieter etc.) versucht, eine Schuld einzutreiben.
⚠️ Wichtig: Inkassobüros sind KEINE Behörden und KEINE Gerichte! Sie können weit weniger als viele denken.
Was Inkassobüros NICHT dürfen
- ❌ Pfänden — das dürfen nur Gerichte!
- ❌ Dich bei der Arbeit kontaktieren
- ❌ Mit Strafanzeige drohen (Schulden sind keine Straftat)
- ❌ Überhöhte Inkasso-Gebühren verrechnen (§ 1333 ABGB begrenzt die Gebühren)
- ❌ Unter Druck setzen oder einschüchtern
- ❌ Deine Daten unberechtigt an Dritte weitergeben
Was du sofort tun solltest
- Forderung prüfen: Ist die Schuld tatsächlich berechtigt?
- Verjährung prüfen: Viele Forderungen verjähren nach 3 Jahren (§1486 ABGB) — oft ist die Schuld bereits verjährt!
- Niemals am Telefon zugeben: Nur schriftlich kommunizieren
- Belege anfordern: Verlange den Originalvertrag und alle Dokumente
- Nicht unter Druck zahlen: Du hast Zeit zu prüfen
Deine zwei Optionen
- Forderung bestreiten: Schriftlich mitteilen dass du die Forderung nicht anerkennst. Das Inkassobüro muss dann beim Gericht klagen — das kostet sie Geld und Aufwand
- Ratenzahlung vereinbaren: Wenn die Forderung berechtigt ist — schriftliche Ratenzahlungsvereinbarung aushandeln
Wann wird es ernst?
Wenn das Inkassobüro beim Bezirksgericht einen Zahlungsbefehl beantragt, hast du 4 Wochen um Einspruch zu erheben — dann gelten andere Regeln!
Kostenlose Hilfe
- Schuldnerberatung Österreich: Vollständig kostenlos → schuldenberatung.at
- Arbeiterkammer: Rechtliche Beratung für Mitglieder → arbeiterkammer.at
- Konsumentenschutz (VKI): vki.at
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