Strafverfügung erhalten — was tun?

Strafverfügung erhalten — was tun?

Was ist eine Strafverfügung?

Eine Strafverfügung ist ein offizielles Schreiben einer Verwaltungsbehörde — meist des Magistrats, der Bezirkshauptmannschaft (BH) oder der Polizei. Es teilt dir mit, dass du eine Verwaltungsübertretung begangen haben sollst und eine Geldstrafe zahlen musst.

Das Wichtigste: Eine Strafverfügung ist kein Gerichtsurteil und noch nicht rechtskräftig. Du hast das volle Recht kostenlos dagegen vorzugehen!

Häufige Gründe: Falschparken, Geschwindigkeitsüberschreitung, Schwarzfahren, Lärmbelästigung, Verstöße gegen Gewerbe- oder Bauvorschriften.

⏰ Die 2-Wochen-Frist — das Wichtigste überhaupt

Du hast genau 14 Tage ab Zustellung um Einspruch zu erheben. Diese Frist beginnt ab dem Tag an dem du den Brief erhalten hast — nicht ab dem Datum auf dem Brief.

💡 Tipp: Schreib dir sofort das Zustelldatum und die Frist auf den Umschlag. Zum Beispiel: „Erhalten 02.06.2026 — Einspruch bis 16.06.2026“

Deine 3 Optionen

  • ✅ Einspruch erheben (empfohlen): Kostenlos, kein Risiko, führt zur vollen Überprüfung deines Falls
  • Zahlen und akzeptieren: Wenn du eindeutig im Unrecht warst — die Bankverbindung steht im Brief
  • ❌ Nichts tun (gefährlich!): Nach 14 Tagen wird die Strafe rechtskräftig — Mahngebühren und Zwangsvollstreckung drohen

Wann lohnt sich ein Einspruch?

Ein Einspruch ist fast immer sinnvoll — er ist kostenlos! Besonders wenn:

  • Du es nicht warst (falsches Kennzeichen, Verwechslung)
  • Die Beschilderung war unklar, fehlend oder verdeckt
  • Du hattest einen triftigen Notfallgrund
  • Der Bescheid enthält Formfehler (falscher Name, falsches Datum, fehlende Aktenzahl)
  • Die Strafe ist unverhältnismäßig hoch
  • Du hattest keinen Vorsatz

So legst du Einspruch ein — Schritt für Schritt

Was dein Einspruch enthalten muss:

  1. Deine vollständigen Daten: Name, Adresse, Geburtsdatum
  2. Die Aktenzahl (GZ) des Bescheids — steht oben rechts im Brief
  3. Das Wort EINSPRUCH klar und deutlich
  4. Deine Begründung — warum du die Strafe anfichst
  5. Datum und Unterschrift

So sendest du den Einspruch:

  • Per Einschreiben (sicherste Methode — Poststempel gilt als Beweis)
  • Per E-Mail (Adresse steht im Brief)
  • Persönlich beim Amt mit Eingangsstempel auf deiner Kopie

Was passiert nach dem Einspruch?

Die Strafverfügung wird automatisch außer Kraft gesetzt (§49 VStG). Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Verfahren wird eingestellt: Die Behörde prüft und stellt das Verfahren ein — Sache erledigt
  • Ordentliches Verfahren: Du wirst zu einer Verhandlung geladen. Selbst wenn du verlierst, wird die Strafe oft reduziert!

Kostenlose Hilfe in Österreich

  • Arbeiterkammer (AK): Kostenlose Rechtsberatung für Mitglieder → arbeiterkammer.at
  • ÖAMTC/ARBÖ: Für Mitglieder kostenlos bei Verkehrsdelikten
  • Volksanwaltschaft: Bei Beschwerden gegen Behörden → volksanwaltschaft.gv.at

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